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Das Vorhaben entstand im medizinischen Arbeitskreis der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und wurde an der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) am Campus Lübeck weiterentwickelt.
Das Schifffahrtmedizinisches Institut der Marine, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Zehn Kliniken im Bereich der Nord- und Ostseeküste sowie das
Institut für Rechtsmedizin (Lübeck) des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Lübeck sind Kooperationspartner des SARRRAH-Projekts.
Grundlage für die Initiierung von SARRRAH war die alarmierende Erkenntnis, dass die Rettungs- und Behandlungskonzepte für Schiffbrüchige bzw. Menschen mit lebensbedrohlicher Unterkühlung dringend verbessert werden müssen.
Fakt ist, dass Unterkühlte deutlich bessere Chancen auf eine erfolgreiche Wiederbelebung haben als unmittelbar lebensbedrohlich erkrankte Menschen mit normaler Körpertemperatur.
Voraussetzung ist, dass dies bei den Rettungs- und Behandlungsmaßnahmen erkannt und hinreichend berücksichtigt wird.

Es wurden klare und im Realeinsatz anwendbare Rettungs- und Behandlungskonzepte auf der Grundlage aktuellen medizinischen Wissens und Erfahrungen erarbeitet.
Das Ziel ist, die Logistik einer funktionierenden Rettungskette für den Transport von Schwerstunterkühlten, auch unter fortwährender Wiederbelebung, bis in die geeignete und darauf vorbereitete Zielklinik zu gewährleisten.
Dies wird in Ausbildungs- und Trainingsprogrammen bereits allen in der Seerettung tätigen Institutionen einheitlich vermittelt.
Die erforderlichen Hilfsmittel zum Zweck der Lagerung, Transport, Wiederbelebung und Überwachung unter rauen Einsatzbedingungen zur Anwendung durch Laien, semiprofessionelle und professionelle Ersthelfer wurden modifiziert.
Neue Entwicklungen wurden und werden angestoßen.

Entsteht bei einem größeren Unfallereignis spezieller Versorgungs- und Behandlungsbedarf für mehrere Unterkühlte, so kann vom Leitenden Notarzt (-See) auf eine vorbereitete Logistik und eine gewisse Anzahl von speziellen vorbereiteten Behandlungsplätzen zugegriffen werden.
Zur Qualitätskontrolle und wissenschaftlichen Aufarbeitung wird eine einheitliche einsatztaktische und medizinische Dokumentation der Rettungsabläufe von dem auslösenden Ereignis bis zum Abschluss der stationären Behandlung vorgenommen.
In die Verlaufsbeobachtung werden auch Patienten, die durch Rettungsdienste an Land primärversorgt wurden, einbezogen.
Es bestehen Kontakte zu den Rettungsdiensten in den deutschen Küstenbundesländern und den angrenzenden Nachbarstaaten an der Küste.
Zehn Kliniken der Maximal- und Schwerpunktversorgung in Groningen, Oldenburg, Bremen, Hamburg, Kiel, Lübeck, Rostock, Greifswald/Karlsburg, Aalborg und Stettin haben sich auf die spezielle Behandlung Schwerstunterkühlter vorbereitet.
Alle Kliniken können Unterkühlte, die unter Reanimationsbedingungen eingeliefert werden, mittels Herz-Lungen-Maschinen kontrolliert wiedererwärmen.
Alle SAR-Leitstellen, die Rettungsleitstellen an Land und die Notärzte werden wiederholt entsprechend ihrer Rolle in der Rettungskette informiert.
Eine durchgehend verfügbare ärztliche telefonische Rufbereitschaft im Rahmen des SARRRAH-Projektes wurde für die ereignisnahe vollständige Rettungs- und Behandlungsdokumentation eingerichtet:
Über diesen Service sind im Rahmen einer Telefonrufbereitschaft Ärzte des Projektes erreichbar für eine Unterstützung bei der Dokumentation und ggf. auch zur fachlichen Beratung.
Der Abgleich eines einheitlichen Rettungs- und Ausbildungskonzepts in der Primärrettung gemeinsam mit den zivilen und militärischen SAR-Schulen ist ein wesentliches Anliegen des Projekts.
Dies ist besonders bedeutsam für Rettungsabläufe bei maritimen Notfallereignissen größeren Ausmaßes.
Die langfristig angelegte zentrale Dokumentation und das Datenmanagement erfolgen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Lübeck.
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